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ABGESAGT: Heilen und Vernichten in der Medizin im Nationalsozialismus

HU, Bebelplatz 2, Raum E34

 Medizin im Nationalsozialismus mit ihren Polen Heilen und Vernichten hatte insgesamt eine der Eugenik und Rassenhygiene entstammende bioterroristische Komponente, die nicht nur in  Zwangssterilisation und Patientenmord gipfelte ,sondern mit ihrem erbbiologisch geprägten Leistungsbegriff ebenso Gewerbehygiene wie auch  Sozialmedizin durchdrang und somit auf Vernichtung durch Arbeit, keineswegs nur in den Konzentrationslagern, hinauslief. Somit  löst sich das Phantom der nationalsozialistischen Propaganda von Medizin im Nationalsozialismus als einer primär der Naturheilkunde verpflichteten Neuen Deutschen Heilkunde in Richtung einer de naturwissenschaftlichen Medizin  verpflichteten  kriegstauglichen reduktionistischen  und auf den Bioterrorismus ausgerichteten Vernichtungsmedizin auf, getragen von Ärzten, von denen mehr als die Hälfte der NSDAP angehört hatten. Sie waren auch nach 1945 kaum fähig ihre im Nationalsozialismus begangenen medizinischen Verbrechen  kritisch zu hinterfragen. Sie verharrten vielmehr –so hat es Alexander Mitscherlich 1960 ausgedrückt – in Pflichttreue und Befehlsgehorsam, diesen großartigen Domestikationen unserer Aggressivität. Erst der von StudentInnen im Rahmen einer Bürgergesellschaft initiierte Gesundheitstag von 1980 brachte hier Wandel.

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